Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt -Standort Kiel-

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Inhalt: Wir gewährleisten Sicherheit und Zuverlässigkeit durch den Einsatz modernster Verkehrstechnik

Für den sicheren und flüssigen Schiffsverkehr halten wir an der deutschen Küste eine Vielzahl von ausfallsicheren Systemen vor.

Am technischen Puls der Zeit - die Maritime Verkehrstechnik

Systeme der Maritimen Verkehrstechik

Grafik: MatthesGrafik, Hamburg und Berlin

Ein effizienter Schiffsverkehr ist auf den Wasserstraßen heute ohne die moderne Verkehrstechnik nicht mehr denkbar.

Unter der Maritimen Verkehrstechnik werden alle technischen Einrichtungen verstanden, die der Schifffahrt zur Bestimmung ihrer Position, zur Information über die Verkehrssituation und die Wasserstraßen dienen. Gegenüber den klassischen Leuchttürmen und Tonnen haben in den letzten Jahrzehnten moderne, auf Funktechnik, Radar und Datenverarbeitung basierende verkehrstechnische Systeme sehr an Bedeutung gewonnen.

Zentraler Teil der Maritimen Verkehrstechnik ist unser küstenweites Datennetz sowie die Verkehrsdatenverarbeitung. 

Weitere Bestandteile sind neun Verkehrszentralen sowie auch einige Lotswachstationen und Schleusenleitstände, aber insbesondere - ebenfalls als küstenweite Netzwerke - eine Vielzahl von UKW-Seefunkstationen und 30 AIS-Landstationen sowie 40 Radarstationen und drei D-GPS-Stationen.

Die visuellen Seezeichen, zu denen auch unsere rund 200 Leuchttürme verschiedenster Größe gehören, ergänzen zusammen mit unseren über 3.000 befeuerten und unbefeuerten Tonnen die Systeme.

Die Systeme der Maritimen Verkehrstechnik dienen als verkehrstechnischen Einrichtungen an der Küste dazu, den Schiffsführern Informationen und Hilfen zur Bestimmung der Schiffsposition und Informationen über die Wasserstraße zu geben. Um ein Schiff in einem begrenzten Fahrwasser sicher zu navigieren, müssen an Bord Informationen über die aktuelle Position des Schiffes, den Verlauf der Fahrrinne und des Fahrwassers und die aktuellen Besonderheiten und Gefahren des Fahrwassers verfügbar sein.

Diese Informationen können auf sehr unterschiedliche Art bereitgestellt und mit unterschiedlichen Mitteln an Bord aufgenommen werden. So sieht der Schiffsführer z. B. eine Fahrwassertonne mit bloßem Auge oder auf dem Bildschirm seines Bordradars und weiß dadurch, wo der Rand des Fahrwassers ist und wo sich das Schiff im Fahrwasser befindet. Ebenso erkennt er ein Hindernis, z. B. einen im Fahrwasser arbeitenden Bagger. Dieselben und weitere Informationen können auch - sogar frühzeitig im Voraus - als Beratung über Sprechfunk gegeben werden oder automatisch über funktechnische Systeme bereitgestellt werden.

Die Systeme der Verkehrstechnik werden auch als Systemmix bezeichnet. Die einzelnen Teilsysteme haben unterschiedliche Eigenschaften hinsichtlich der

  • Informationsabgabe - visuell, auditiv, funktechnisch
  • Verfügbarkeit - Ausfälle in Stunden pro Jahr oder die Häufigkeit von Ausfällen
  • Genauigkeit - z.B. Abweichung einer Tonne von der Sollposition aufgrund des Schwoikreises
  • Integrität - das System teilt auch mit, wenn es keine korrekten Daten liefert, Sicherheit gegen Verwendung nur scheinbar richtiger Daten.

Die Anforderungen an die einzelnen Kriterien hängen aufgrund der Eigenschaften des jeweiligen Wasserstraßenabschnittes und der dort verkehrenden Schiffe maßgeblich von nautischen Erfordernissen ab. So ist die notwendige Genauigkeit der Information über Schiffsposition und Fahrrinnenrand für große und tiefgehende Schiffe in einem begrenzten Fahrwasser höher als auf offener See.

Die Sicherheit entsteht durch das Zusammenwirken der Teilsysteme. Während das eine genauer ist, hat das andere weniger Ausfälle. Unter Bedingungen, bei denen das eine ausfällt, steht das andere noch zur Verfügung. Risikobetrachtungen können helfen, die Ursachen und Wahrscheinlichkeiten von Restrisiken zu analysieren, um abzuschätzen, ob die Risiken mit vertretbarem Aufwand durch verkehrstechnische Maßnahmen vermindert werden können. Manche Risiken, z. B. technische Mängel auf Schiffen, sind durch Verkehrstechnik selbst nicht zu beeinflussen.

Die Auslegung der Systeme wird so geplant, dass die Anforderungen an die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs auf die jeweils kostengünstigste Art erfüllt werden.

Die Maritime Verkehrstechnik als "Systemmix" wird zukünftig wie folgt aussehen:

  • Grundversorgung: Funknavigation (z.B. DGPS)
  • Ergänzung: schwimmende Schifffahrtszeichen (z.B. Tonnen, Feuerschiffe)
  • Unterstützung: feste Schifffahrtszeichen (zB. Leuchttürme, Baken, Pricken)
  • zusätzlicher Service: wo geeignet und notwendig, z.B. Verkehrssicherungssysteme wie Landradaranlagen und Verkehrszentralen)

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